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Lohnt sich eine App für Kultureinrichtungen?

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Huffpost iPad-App

To App or Not to App: That is the Question“ ist auf „Technology in the Arts“ ein Beitrag überschrieben. Vor dieser Frage stehen wohl derzeit viele Kultureinrichtungen, denn das mobile Web gewinnt immer mehr an Bedeutung. Damit einher geht die verstärkte Nutzung von Apps, deren Zahl tagtäglich zunimmt und einen schon fast unüberschaubaren Mix aus kostenlosen und kostenpflichtigen Angeboten entstehen lässt.

Die Bereitschaft, sich eine App zuzulegen, ist groß, schließlich liegen Apps derzeit voll im Trend. Ob so eine App aber die richtige Lösung ist, sollte herausgefunden werden, bevor die Entscheidung fällt. Marc van Bree steht den Apps eher skeptisch gegenüber, in seinem Blogpost „Why performing arts organizations are not app-ropriate“ kommt er zu dem Ergebnis, dass Apps gegenüber dem Responsive Design einige Nachteile haben, vor allem im Hinblick auf den Aufwand und die Kosten. Lediglich im Bereich User Experience überwiegen die Vorteile, so van Bree. In der folgenden Grafik hat er App, mobile Website und Responsive Design gegenübergestellt und zeigt, welche Kriterien überhaupt eine Rolle spielen:

Letzten Endes kommt es aber natürlich darauf an, welche Ziele mit einer App erreicht werden sollen. Michelle Cheng weist in ihrem Beitrag auf „Technology in the Arts“ darauf hin, dass sich die Funktionen von App und Website häufig überlappen würden:

„Many performing arts organizations in particular have already deployed highly functional and well-designed apps, some of which even boast convenient in-app ticket purchasing features, but overall there is substantial content overlap between apps and websites.“

Auch Florian Heigl ist vor kurzem auf dem mobileAPPS-Blog der Frage nachgegangen, welche Variante die beste ist? „Responsive, Adaptive, Mobile oder App?

„Aufgrund der Vielfalt an mobilen Endgeräten und den damit verbunden nahezu unendlich vielen verschiedenen Auflösungen, die auch enorme Unterschiede in der Darstellungsgröße bedeuten, wird diese Methode von vielen Entwicklern bevorzugt gewählt, um eine möglichst breite Masse an Endgeräten möglichst effizient abzudecken,“

schreibt er, hält aber zugleich fest, dass Verallgemeinerungen unsinnig seien und jeder Fall einzeln bewertet werden müsse.

Entscheidend ist wohl sein Rat, dass man anhand der Zugriffsstatistiken erst einmal herausfinden sollte, welche mobilen Endgeräte am häufigsten genutzt werden. Denn klar ist auch: eine mobile Website ist wesentlich günstiger zu haben als eine App.

Für mich persönlich stellt sich die Frage, ob man nicht auch noch zwischen einer Smartphones-App und einer App für Tablets unterscheiden sollte? Ich nutze das iPad sehr gerne, um Hintergrundinformationen zu erhalten, mir Bilder oder Videos anzuschauen, während das Smartphone eher dazu dient, wichtige Informationen zu erhalten (sieh dazu auch: „Das iPad verändert unser Leseverhalten“ und: „Museen: Der Geschäftsbericht auf dem iPad„).

Fazit: es gibt viele Möglichkeiten, mobile UserInnen zu erreichen, die App ist nur eine davon.

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„Music is My Voice“

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„The Opera of the Future group at the MIT Media Lab explores concepts and techniques to help advance the future of musical composition, performance, learning, and expression“, heißt es auf der „Opera of the Future Website„. Dass dabei manchmal sehr berührende und beeindruckende Ergebnisse herauskommen, zeigt der Trailer zu dem Dokumentarfilm „Music is My Voice“ von Jesse Roesler.

In dem Film geht es, so heißt es im Blog, um Dan Ellsey, „a young man with cerebral palsy whose life was transformed when he learned to compose music using Hyperscore„. Dabei handelt es sich um eine Software, die am MIT Media Lab entwickelt wurde. Mehr dazu im TED-Video mit Tod Machover und Dan Ellsey.

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Jetzt ist die Crowd gefragt: die FarFromHomePage-Gründer Janosch Asen und Manuel Scheidegger im Interview

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Creative Browsing, so nannten Janosch Asen und Manuel Scheidegger auf der stART11 das, was man mit ihrer neuen Plattform FarFromHomePage machen konnte. Dort haben die UserInnen die Möglichkeit, beliebige Web-Inhalte neu zusammenstellen, kreativ inszenieren und mit anderen teilen. Zwar besitzt das Tool in meinen Augen großes Potenzial und könnte uns von den Powerpoint-Folien erlösen. Aber der Durchbruch ist den beiden Gründern bis jetzt versagt geblieben. Um ihre Plattform weiter entwickeln zu können, brauchen sie Geld. Geld, das sie aber nicht haben, weshalb sie gestern eine Crowdfunding-Kampagne gestartet haben. $85.000 sollen in den nächsten 45 Tagen auf der Crowdfundingplattform Indiegogo zusammen kommen, der erste Tag verlief vielversprechend.

Mich interessiert, wie es mit Farfromhomepage weitergehen wird und warum sie sich für eine Kampagne auf der amerikanischen Crowdfundingplattform Indiegogo entschieden haben. Diese und andere Fragen habe ich Janosch und Manuel, den beiden Gründern der Berliner Startups, gestellt. Hier sind ihre Antworten:

Kulturmanagement Blog: Hallo Janosch und Manuel! Auf der stART11 habt Ihr Eure Plattform zum ersten Mal vorgestellt und ein recht gutes Feedback erhalten. Den Durchbruch habt Ihr damit aber nicht geschafft. Was sind die Gründe dafür?

Janosch Asen & Manuel Scheidegger: Unerfahrenheit. Wir haben mit vollem Elan und wenig Mitteln einen Prototypen entwickelt und den dann bald veröffentlicht. Die Idee hat sehr viele Leute begeistert, aber der Prototyp war noch zu fehlerhaft und ungemütlich, dass die Leute wirklich damit arbeiten konnten. Es gab also kein bleibendes Interesse. Investoren wiederum wollten genau das sehen. Wir waren in der Zwickmühle: Wir brauchten Geld, um den Prototypen fertig zu machen, das die Investoren uns nicht geben wollten, weil sie ein fertiges Produkt sehen wollten. Ein Teufelskreis. Heute haben wir gelernt: Starte immer mit einer ganz einfachen Version, mach ein tolles Video, sprich mit vielen Leuten. Anderseits ist die FarFromHomePage-Story halt auch unsere, die zu uns passt: Zwei Kulturmenschen landen in einem eigenen Startup; klar dass die Theaterprojektenergie da teilweise verpufft, aber anderseits vielleicht auch gerade nötig war für diese Idee.

Kulturmanagement Blog: Was plant Ihr, um FarFromHomePage zur nächsten Killerapp für Storytelling im Web zu machen? Entwickelt Ihr noch weiter oder geht es vor allem darum, Marketing und Vertrieb zu verbessern?

Janosch Asen & Manuel  Scheidegger: Wir sammeln jetzt genau die Summe, die es uns erlaubt, das Tool fehlerfrei, komfortabel und schön zu bauen. Stell Dir vor, man kann im Tool Inhalte suchen, direkt reinziehen und damit in wenigen Klicks einen Web-Cut machen. Das ist unser Ziel und wir sind davon überzeugt, dass viele Leute das brauchen können und wollen.

Kulturmanagement Blog: Dafür benötigt Ihr mit $85.000 eine ganz ordentliche Summe Geld. In einer Mail habt Ihr mir geschrieben, dass die Gespräche mit Investoren gut verlaufen sind. Geld haben sie Euch aber anscheinend keines gegeben, sonst würde es jetzt keine Crowdfunding-Kampagne geben, oder?

Janosch Asen & Manuel  Scheidegger: Investoren in Deutschland scheinen eher vorsichtig zu sein. Ihr Feedback ist durch die Bank weg super: Vielfach wurde das Tool als „disruptive game changer“ bezeichnet. Sie sehen sehr wohl das Potenzial. Aber im Vergleich zu einer gut kalkulierbaren E-Commerce Plattform sehen sie bei einem neuen Tool die Gefahr, dass sich ein schwer einschätzbarer Markt entwickelt oder sogar erst entwickeln muss. Möglicherweise ist das Klima da in den Staaten etwas anders, da der Markt schon von sich aus viele potentielle User hergibt und Investoren es einfach gewohnt sind, mehr zu riskieren. Sie haben dort aber auch ganz andere Bedingungen, was Geld und Frühphasenförderung angeht. Silicon Valley und die Unis sind voller Inkubatoren. In Deutschland wird das immer besser. Aber zwischen staatlichen Inkubatoren und Seed Funding klafft eine Lücke, die man nur füllen kann, wenn man selbst rund 200.000 Euro hat.

Kulturmanagement Blog: Was erwartet Ihr Euch von der Kampagne und warum habt Ihr Euch für die amerikanische Crowdfunding-Plattform Indiegogo entschieden? Worin liegen die Vorteile gegenüber den deutschen Plattformen?

Janosch Asen & Manuel  Scheidegger: Eine Idee wie Creative Browsing braucht eine Menge User, um anzukommen. In den USA gibt es viele User, die sich mit avancierten Diensten aktiv auseinandersetzen. Diese Gruppe ist in Deutschland noch kleiner. Indiegogo erlaubt uns, sowohl User zu finden, wie auch im besten Fall das nötige Kapital einzuwerben. Die deutschen Plattformen wollen entweder Unternehmensanteile und prüfen davor buchhalterisch penibel, oder sie sind wie Startnext eher noch auf kleinere Kulturprojekte fokussiert. Das wird sich sicher ändern. Noch sahen wir aber in den US-Plattformen mehr Potenzial. Umso mehr, als dass auch unsere deutschen Follower uns dort einfach über Kreditkarte oder Paypal unterstützen können. Sie sind auch ganz wichtig, damit wir bei Indiegogo überhaupt auf den Schirm kommen!!!

Kulturmanagement Blog: Wie kann ich Euch auf Indiegogo unterstützen und welche Gegenleistungen bekomme ich dafür?

Janosch Asen & Manuel  Scheidegger: Wichtig sind zwei Dinge: Begeisterung für das Produkt, so dass man uns mit einem kleineren oder grösseren Geldbeitrag gerne unterstützt, und: Engagement für die Idee, dass man sie gern weiterträgt und in Social Media und überall, wo man kann, streut. Am besten ist natürlich, wenn beides zusammen kommt :)

Als Gegenleistung gibt es eine ganze Reihe von speziellen Angeboten und enormen Vergünstigungen für die Unterstützer. Schliesslich sind wir den Leuten, die das Projekt jetzt ermöglichen, unendlich dankbar.

Kulturmanagement Blog: Und wann geht es dann mit FarFromHomePage wieder so richtig los?

Janosch Asen & Manuel  Scheidegger: Sobald die Kampagne zu Ende ist und hoffentlich das Geld beisammen, können wir weiter entwickeln. Innerhalb von drei Monaten kann die neue Version schon fertig sein. Natürlich können diejenigen, die uns unterstützen, schon früher als Betatester rein!

Kulturmanagement Blog: Dann drücke ich Euch die Daumen für die Kampagne! Wer Euch unterstützen möchte, kann das hier auf Indiegogo tun. Zur Einstimmung gibt es gleich noch Euer Pitch-Video. Danke für Eure Antworten und viel Glück!

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Relevanz als Schlüsselbegriff in der digitalen Welt

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Wenn Sie in Google in das Suchfeld die Begriffe Projektmanagement oder Kulturmanagement eingeben, dann werden Sie vermutlich auf eine Vielzahl von Seiten mit Aus- und Weiterbildungsangeboten stoßen. Haben Sie genau danach  gesucht, dann ist das wunderbar. Mir helfen solche Suchergebnisse aus naheliegenden Gründen nicht weiter,  deshalb hält sich mein Nutzen in Grenzen.

Den Anbietern von Aus- und Weiterbildungen in den Bereichen Projekt- und Kulturmanagement ist es zwar gelungen, mit ihren Seiten in den Suchmaschinen ganz oben aufzutauchen. Sie sind gut sichtbar, aber für mich leider nicht relevant.

Sichtbarkeit, darum geht es häufig auch uns bei unseren Aktivitäten im Internet. Wir wollen in den Suchmaschinen an erster Stelle auftauchen, ebenso im Newsfeed unserer Facebookfans und in allen anderen Netzwerken, in denen wir aktiv sind. Aber reicht das heute noch?

Mahendra Palsule hat vor einem knappen Jahr auf TechCrunch den Artikel „The Age of Relevance“ veröffentlicht und gibt sich darin überzeugt, dass wir gerade einen Paradigmenwechsel erleben, der enorme Auswirkungen auf unseren Umgang mit Informationen hat.  Nicht mehr das einfache Teilen von Inhalten stehe im Vordergrund, sondern die Entwicklung von Angeboten, die personalisierte und vor allem relevante Inhalte zur Verfügung stellen, schreibt Palsule. Es gehe, so der Autor weiter, um die Ergänzung des „Social Graph“ durch den „Interest Graph“.

Was er damit meint, zeigt seine „Information Discovery Matrix“:

© Mahendra Palsule, in "The Age Of Relevance" (TechCrunch)

Unser Verhalten bei der Suche nach Inhalten im Internet hat sich im Laufe der Zeit verändert, Palsule spricht von vier verschiedenen Entwicklungsstufen:

  • Phase 1: „The Search Dominated Web“
  • Phase 2: „Web 2.0 with Social Bookmarking“
  • Phase 3: „Personalized Recommendations“
  • Phase 4: „Personalized Serendipity“

Der Ausgangspunkt, die Phase 1 ist bekannt: die meisten erinnern sich noch an den Pagerank, der die Relevanz einer Seite für die Suchmaschine von Google zum Ausdruck brachte. Mit diesem Blog schaffte ich vor etwa drei Jahren Pagerank 6, was damals eine große Sache war und auf der guten Verlinkung beruhte.

Die ist zwar immer noch wichtig, aber nicht mehr in dem Ausmaß, denn in der zweiten Phase kamen die Social Bookmarking-Plattfomen auf und machten den Suchmaschinen Konkurrenz. Ob auf StumpleUpon, Delicious und all den anderen Plattformen ging und geht es auch heute noch darum, interessante Seiten abzuspeichern und den anderen UserInnen zugänglich zu machen. Auch auf diese Weise wird Traffic generiert, aber er entsteht nicht durch Algorithmen, sondern durch das öffentliche Abspeichern von Seiten, die man für sich als relevant einstuft und auf die man andere via Social Bookmarking hinweist.

Im nächsten Schritt entstanden Tools, die den UserInnen die Möglichkeit boten, so etwas wie einen „interest graph“ zu veröffentlichen. Tools wie Hunch oder GetGlue dienen, so Palsule, dazu, den eigenen Geschmack zu dokumentieren und darauf basierend Empfehlungen zu veröffentlichen.

Spannend ist die vierte Phase, auf der Tools wie my6sense oder  Genieo das anbieten, was Palsule als „personalized serendipity“ bezeichnet.  Palsule bezieht sich dabei auf Jeff Jarvis, der in einem Blogpost geschrieben hat:

„Serendipity is not randomness. It is unexpected relevance”.

Jarvis räumt darin mit dem Missverständnis auf, dass sich hinter diesem Begriff der zufällig entdeckte Zeitungsartikel verstecke, auf den man nicht mehr stoßen könne, wenn es keine Zeitungen mehr gäbe.  Dieser zufällig entdeckte Artikel weckt unser Interesse, weil er für uns relevante Inhalte enthält und erst das ist das, was Serendipity ausmache.

Während es früher die Zeitungen waren, die uns zu diesen Überraschungen verholfen haben, sind es heute die sozialen Netzwerke wie Twitter oder Facebook, die uns relevante Informationen liefern, ohne dass wir bewusst danach gesucht haben.

Palsule weist darauf hin, dass Relevanz nicht automatisch das Gegenteil von Popularität sein müsse und auch nicht immer mit Personalisierung gleichzusetzen sei.  Dementsprechend gäbe es auch unterschiedliche Möglichkeiten, relevante Inhalte „herauszufiltern“:

„Google, Paper.li, and PostRank are examples of algorithmic filtering, while Reddit, Hacker News use a crowdsourcing approach. Klout can be used to filter Twitter streams by influence, while Facebook uses social affinity as a filter for its newsfeed (…).”

Die Konsequenz daraus: In jedem der vier Quadranten der Matrix lassen sich nach der jeweiligen Methode relevante Inhalte herausfiltern, was die Sache für uns, die wir unsere „relevanten“ Inhalte unter die UserInnen bringen wollen, nicht einfacher macht, denn die eierlegende Wollmilchsau gibt es noch nicht.

Am ehesten gelingt nach Ansicht Palsules Quora die Verbindung von „interest graph“ und „social graph“. Die Möglichkeit, sowohl UserInnen als auch Themenfeldern zu folgen führt zu dem, was Jarvis als unerwartete Relevanz bezeichnet und von Palsule mit „personalized serendipity“ benannt wird. Aber auch Netzwerke wie Google+ oder Pinterest treiben die Entwicklung in diese Richtung und sorgen dafür, dass wir uns ganz neue Erfolgskriterien überlegen müssen.

„Social media may lose its obsession with follower numbers and traffic, evolving to context-driven reputation systems and algorithms”,

schreibt Palsule und gibt sich überzeugt, dass wir es in Zukunft nicht nur mit einem „interest graph“ zu haben werden, sondern mit mehreren, die dazu beitragen, den „social graph“ zu verbessern.

Was heißt das für den Kunst- und Kulturbereich? Vor allem mehr Arbeit, denn es reicht nicht, die eigenen Seiten so zu verlinken, dass  sie in den Suchrankings gefunden werden.  Die Frage, ob ich gefunden werde, weicht mehr und mehr der Frage, ob meine Inhalte für die UserInnen relevant sind? Ob die bloße Ankündigung der nächsten Veranstaltung diesem Anspruch gerecht werden kann, müssen Sie selbst herausfinden. Immer häufiger werden Sie aber vermutlich zu dem Ergebnis kommen, dass das nicht genügt. Das bedeutet: Sie müssen sich nicht nur mit den vier Quadranten und den jeweiligen Tools beschäftigen, sondern auch für relevante Inhalte sorgen.

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Google+: Inhalte stehen im Vordergrund

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Ich muss gestehen, die Frage, warum ich neben Facebook nun auch noch auf Google+ aktiv werden soll, konnte ich bis jetzt nicht wirklich beantworten. Die große Zahl derer, die ihre Inhalte synchron über Facebook, Twitter und eben Google+ verteilen, hat mich eher davon abgehalten, nun auch Google+ zu bespielen. Was wäre der Unterschied gewesen zu den anderen Kanälen? So war ich auch nur mäßig begeistert, als Google mit dem Angebot für Unternehmen startete. Zwar war ich schnell von vielen Unternehmen eingekreist, darunter auch Kultureinrichtungen, aber ein Unterschied zu ihren Aktivitäten auf Facebook war nicht festzustellen.

Nun bin ich dank Martin Koser in der Huffington Post auf einen Artikel von Bianca Bosker gestoßen, der sich mit Google+ beschäftigt und zu einem ganz interessanten Ergebnis kommt: „It’s What You Know, Not Who You Know“ lautet die Überschrift, die das Ergebnis gleich vorwegnimmt. Während wir auf Facebook unser Revier abzugrenzen versuchen und meist nur mit unseren Freunden und Fans kommunizieren, beschreiben viele UserInnen Google+ als einen Platz, wo sie neue „Freunde“ kennen lernen.

„Google+ is more about sharing ideas and content,“

zitiert Bosker einen User, der weiter meint:

„Facebook is a way to interact with friends and family. Google+ is a way of finding fascinating content I’m interested in very, very, easily, that I wouldn’t even have thought to go looking for.“

Nun gibt es natürlich sehr viele Menschen, die behaupten, Google+ funktioniere wie Facebook und sei deshalb langweilig, aber die Statements in dem Artikel sind schon einen Gedanken wert. Wir können jetzt darüber streiten, ob Google wirklich darauf hingearbeitet hat, hier statt der Vernetzung von Personen die Vernetzung auf der inhaltlichen Ebene in den Vordergrund zu stellen. Irgendetwas muss aber daran sein, denn ich habe zum Beispiel statt einer klassischen Google Page für mein Unternehmen eine Seite erstellt, die sich Projekt Kulturmanagement 2020 nennt und damit thematisch ausgerichtet ist. Auch wenn sich die Zahl der Beiträge noch in Grenzen hält, mir ging und geht es um die Inhalte und nicht so sehr um viele (neue) Kontakte.

Bosker arbeitet in ihrem Artikel heraus, dass das bei vielen der mittlerweile etwa 40 Mio. Google+ UserInnen der Grund ist, diese Plattform zu nutzen, verschweigt aber auch nicht, dass sich derzeit vor allem die Early Adopter dort aufhalten. Es kann also durchaus sein, dass die Welt auf Google+ in ein paar Monaten ganz anders aussieht.

Was bedeutet das nun für den Kunst- und Kulturbereich? Mein alter Vorwurf lautet, dass Kulturbetriebe bei ihren Social-Media-Aktivitäten die Bewerbung der eigenen Aktivitäten zu stark in den Vordergrund stellen und dabei die Inhalte beziehungsweise die Gespräche darüber vergessen. Nur über die Inhalte lassen sich Themenfelder besetzen und nur auf diese Weise gelingt es, erstens als Experte in diesem Bereich wahrgenommen und zweitens in den Suchmaschinen gefunden zu werden.

Wenn Google+ wirklich die Vernetzung auf der inhaltlichen Ebene unterstützt, dann ist Google+ genau die richtige Plattform für Kultureinrichtungen. Hier können Ausstellungsinhalte kommuniziert werden und die entsprechenden Expertenkreise gebildet werden. Mit Hilfe der Hangouts kann dann der nächste Schritt gemacht und der persönliche Kontakt hergestellt werden.

Nun werden Sie vielleicht einwenden, dass sich auf Google+ derzeit vor allem die Social-Media-ExpertInnen tummeln und Kulturinteressierte mit der Lupe gesucht werden müssen. Schaut man sich an, wie viele UserInnen Kultureinrichtungen in ihren „Circles“ haben, dann sieht man gleich, dass Facebook da noch die Nase vorne hat. Insofern sind Aktivitäten auf Google+ eine Investition in die Zukunft. Ob die dann so aussieht, wie wir uns das vorstellen, wissen wir nicht, aber wie heißt es so schön: no risk, no fun. Dafür gehören Sie dann aber auch zu den ersten und können vorne dabei sein, wenn der Funke überspringt. Mich werden Sie deshalb zukünftig öfter auf Google+ sehen bzw. lesen können.

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Facebook oder Google+? Spätestens jetzt wird es Zeit für ein Blog

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Ich gebe es zu, das Fahrradfahren habe ich nicht erfunden und nachdem mir vor drei Jahren das Rad geklaut wurde, habe ich mir kein neues mehr zugelegt. Dieses Fahrrad zu kaufen, war gar nicht so einfach für mich, denn ich bin, viele werden es bereits ahnen, Laie auf diesem Gebiet. Natürlich erkundigte ich mich damals, um herauszufinden, was gerade aktuell war und bekam nicht nur einen Vortrag zu hören über die Vorzüge bestimmter Gangschaltungen und sonstiger technischer Finessen.

Am Ende kaufte ich ein Fahrrad, einfach ein Fahrrad. Die Teilnahme an irgendwelchen Radrennen war nie geplant, also brauchte ich auch nicht mehr. Und dass man egal, wofür man sich entscheidet, immer selbst und aus eigener Kraft in die Pedale treten muss (die elektrischen Dingens mal ausgenommen), das war mir klar.

In einer ähnlichen Situation befinden sich vermutlich viele Kultureinrichtungen, die vor nicht allzu langer Zeit im Social Web aktiv geworden sind und nun vor der Frage stehen, was sie denn mit Google+ machen sollen. Klevere Zeitgenossen wittern dahinter natürlich ein Geschäft und so habe ich heute bereits die erste Einladung zu einem (nicht ganz billigen) Seminar bekommen, in dem dann die Frage beantwortet wird, ob ich dort sofort loslegen soll oder besser abwarte.

Die meisten brauchen zur Beantwortung dieser Frage kein Seminar, weil Google sie noch gar nicht reingelassen hat in dieses Netzwerk. Aber irgendwann kommt der Moment und dann werden viele vor der Frage stehen: was nun?

Diejenigen, die derzeit schon testen dürfen, sind in der Regel Social-Media-ExpertInnen und beschäftigen sich aus beruflichen Gründen mit dem Social Web, seinen Entwicklungen und somit auch mit Google+. Es sind die, die sich, um zum Thema Fahrradkauf zurückzukommen, sehr wohl mit der Frage beschäftigen, ob sie die Gangschaltung von der Firma x oder der Firma y kaufen sollen.

Und manchmal kann man ja auch als Laie von deren Wissen profitieren und sich dann eine Gangschaltung zulegen, die einem das Treten in die Pedale zwar nicht abnimmt, aber doch zumindest erleichtert. Was gibt es nun also zu berichten von Google+?

Vorweg sei angemerkt, dass auf diesem Netzwerk, mit dem Google gegen Facebook antritt, jeden Tag etwas Neues passiert und es sich hier nur um eine Momentaufnahme handeln kann. Mit dieser quasi Entschuldigung fange ich gleich mit den negativen Punkten an. Da gibt es „Sparks“, eine von Google selbständig generierte Sammlung von Links zu einem von mir bestimmten Thema. Naheliegend, dass ich es mit dem Begriff Kulturmanagement versucht habe und eine Enttäuschung erleben musste. Lediglich ein Link wird mir von Google vorgeschlagen und den kenne ich schon, er führt zu meinem eigenen Blog.

Gut, Inhalte zu bestimmten Themen zu finden, dafür brauche ich nicht unbedingt Google+. Was aber wirklich ins Gewicht fällt ist das Fehlen von RSS und Tags. Die Postings der in das eigene Netzwerk eingebundenen UserInnen verschwinden also ähnlich schnell wie bei Facebook und Twitter im virtuellen Nirvana. Hier ist aber damit zu rechnen, dass Google bald Abhilfe schafft, insofern möchte ich darauf jetzt nicht groß herumreiten.

Gut gefällt mir das, was Google als Hangout bezeichnet. Dahinter versteckt sich die Möglichkeit, sich mit zehn Leuten zu einem Videochat zusammen zu tun. Worüber man sich dort unterhält, bleibt einem natürlich selbst überlassen, falls es aber langweilig werden sollte, lassen sich per Mausklick YouTube-Videos öffnen und gemeinsam anschauen bzw. -hören. Im Unterschied zu Skype, wo dann alle mit mir vernetzten UserInnen sehen, dass ich gerade anwesend bin, kann ich hier den Personenkreis einschränken.

Das geschieht über die sogenannten Circles, die wahrscheinlich interessanteste Neuerung, die Google+ zu bieten hat. Das nachfolgende Video erklärt das Prinzip:

Kurz gesagt, man kann UserInnen, die für einen interessant sind, in verschiedene Kreise verschieben, eine sehr einfache und gut funktionierende Lösung, die an die „Aspekte“ in Diaspora erinnert. Ist so jemand in einem meiner Kreise, kann ich ab sofort seine Postings lesen. Ähnlich wie bei Twitter brauche ich dafür kein Okay, d.h. die Sache ist schnell erledigt. Ob die oder der Andere dann auch mich in einen Circle schiebt und so meine Postings lesen kann, bleibt ihr bzw. ihm überlassen.

Die Herausforderung besteht nun darin, das passende System für die eigenen Circles zu finden, denn auch auf Google+ habe ich das Problem, dass zuviel Content auf zu wenig Zeit stößt und ich mir überlegen muss, wie ich damit umgehe. Ob Sie nun themenorientierte Kreise anlegen oder zwischen Influencer und Fußvolk unterscheiden, liegt in Ihrer Hand. Eigentlich kennen Sie dieses Prinzip schon von den Listen auf Facebook, aber da das Anlegen solcher Listen dort nicht so ganz einfach war, haben die wenigsten solche Listen erstellt. Das hat Google eindeutig besser gelöst und so werden derzeit fleißig Circles erstellt und erprobt.

Was heißt das für Kultureinrichtungen? Im Augenblick noch gar nichts, denn es gibt derzeit auf Google+ noch keine Unternehmensseiten, wie wir sie von Facebook kennen. Und die Zahl der Kontakte bei den persönlichen Profilen scheint auf 5.000 beschränkt zu sein. Diese Erfahrung hat heute zumindest Werner Lippert vom NRW-Forum gemacht.

Ob und in welcher Form sich der Ein- oder Umstieg auf Google+ lohnt, lässt sich daher noch überhaupt nicht abschätzen. Fakt ist, die Usability ist, von Kinderkrankheiten abgesehen, sehr gut, die Seite sieht schick aus (Sie können das in meinem Profil sehen) und so spricht einiges dafür, dass sich Google+ etablieren wird. Das kann dazu führen, dass der Traffic auf Facebook nachlässt und Sie dort nicht mehr so viele UserInnen erreichen wie noch vor wenigen Tagen. Offen bleibt die Frage, wohin sich dieses Netzwerk entwickelt. Werden auf Google+ anderen Themen abgehandelt als auf Facebook oder Twitter? Derzeit sieht es nicht danach aus. Ich kenne einige UserInnen, die ihre Beiträge gleichmäßig auf Facebook, Twitter und Google+ verteilen. Über den Sinn und Zweck lässt sich streiten, zu vermuten ist aber, dass Google mit seinem Netzwerk eine weitere Anlaufstelle für viele UserInnen geschaffen hat. Neben Twitter und Facebook müssen Sie unter Umständen in Kürze auch auf Google+ achten und dort für Ihre Aktivitäten werben Gespräche führen. Das gilt vor allem für diejenigen, die bis jetzt ausschließlich auf Facebook gesetzt haben. Die Zeit, in der Facebook gleichzusetzen war mit Social Media, ist, so denke ich, seit ein paar Tagen endgültig vorbei (angemerkt sei, dass ich noch nie ein Befürworter dieses Ansatzes war), das Netzwerk wird an Bedeutung verlieren.

Wenn Sie nur über begrenzte (Zeit)-Ressourcen verfügen, dann müssen Sie vermutlich in Kürze Entscheidungen treffen, um sich nicht zwischen den verschiedenen Netzwerken und Plattformen zu verlieren. Was tun? Mein Rat wird Sie vielleicht überraschen, aber ich denke, spätestens jetzt sollten Sie auf ein Blog setzen und Netzwerke wie Facebook und Google+ als Zubringer dorthin verstehen. Natürlich werden Sie weiterhin auf Facebook, Twitter und/oder Google+ kommunizieren. Aber es sollte irgendwo eine Anlaufstelle geben, auf der Sie nicht ständig lesen müssen, was Sie nicht tun dürfen, sondern die Freiheit haben, das zu tun, was Ihnen wichtig ist. Sie müssen sich nicht, so Ihnen die Ressourcen fehlen, zu SpezialistInnen  für Facebook oder Google+ entwickeln, sondern sich vor allem darum kümmern, Ihre Ziele zu erreichen. Die Frage, welche Gangschaltung die richtige ist, werden Sie sich erst dann stellen, wenn Sie Ihre Ziele höher stecken. Dafür bedarf es dann aber auch der entsprechenden Ressourcen. ;-)

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Google+: Konkurrenz für Facebook?

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Vor wenigen Tagen erst hat Facebook den Gang an die Börse angekündigt. Geplant ist er für das erste Quartal 2012, aktuell wird der Marktwert des social network auf über 100 Milliarden Dollar geschätzt. Damit einher geht eine wachsende Unzufriedenheit der UserInnen, die nicht besonders erfreut sind, jeden Tag Änderungen vorzufinden, die sie nicht brauchen oder wollen.

Diaspora, von vielen schon als Alternative gesehen und in der Anfangseuphorie mit viel Risikokapital ausgestattet, ist einfach noch nicht so weit, obwohl die Anfänge durchaus vielversprechend sind. So ist zum Beispiel das Problem, nicht alle Informationen mit allen teilen zu wollen, recht gut gelöst worden. Zwar gibt es auch auf Facebook eine Listenfunktion, aber für die meisten ist sie zu kompliziert und wird deshalb nur äußerst selten genutzt.

Während Diaspora also noch keine wirkliche Konkurrenz darstellt, wagt sich nun Google aus der Deckung und hat gestern offiziell das Google+ Projekt angekündigt. Die Startseite, die bereits auf deutsch zur Verfügung steht, lässt erahnen, in welche Richtung die Aktivitäten gehen werden. Dazu existiert bereits eine Beschreibung, aus welchen Bestandteilen sich das noch Projekt genannte Netzwerk zusammensetzen wird.

Eine direkte Antwort auf das schon erwähnte Facebook-Problem, dass man nicht alles mit allen teilen will, stellt Circles dar. Das Video ist mir zwar zu amerikanisch geworden, zeigt aber, dass Google sich Gedanken gemacht hat, welche Alternativen es zu den Listen auf Facebook gibt. Herausgekommen ist mit Circles ein Ansatz, den man bereits von Diasphora kennt und der zumindest derzeit, wo Diaspora nur von wenigen genutzt wird, recht gut funktioniert. Herstellen lässt sich diese Verbindung über die Emailadresse, womit auch klar ist, warum seit kurzem in der Google-Mailbox ein neues Kontakt-Widget zu finden ist, in dem ich die Emailadressen und die letzten Mailwechsel angezeigt bekomme. So gewünscht, habe ich die Möglichkeit, weitere Informationen zu dem jeweiligen Kontakt hinzuzufügen, z.B. die Telefonnummer oder die URL.

Sehr spannend und im Hinblick auf die Social-Media-Aktivitäten von Kultureinrichtungen von großem Interesse ist wohl Sparks, eine Art Themenfeed.

Wer nicht nur auf den eigenen Namen, sondern auf Themenfelder gesetzt hat, ist hier klar im Vorteil, denn genau um die geht es. Themenfelder bzw. Schlagworte sind die Strukturierungshilfe, ohne die in Zukunft nichts mehr gehen wird. Ob in Google+ oder auch einfach nur in den Suchmaschinen spielt keine Rolle.

Bis jetzt wird Google+ noch in einer closed beta getestet. Ich hoffe aber, möglichst bald eine Einladung dafür zu bekommen, um das Angebot von Google selbst testen und darüber berichten zu können. Erst dann lässt sich die in der Überschrift gestellte Frage wirklich beantworten. Im Augenblick gibt es nur ein paar Appetizer, die allerdings Lust auf mehr machen. ;-)

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Google Kalender und Google Dokumente in WordPress.com-Blogs einbauen

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Eines der Merkmale des Social Web ist es, Inhalte unterschiedlichen Formats (Text, Foto, Video, etc.) mit Hilfe eines kurzen Code-„Schnipsels“ in andere Seiten einzubetten. Meist sind es Fotos und Videos, die auf diese Weise dazu beitragen, dass ein Text lesbarer wird oder das Video noch zusätzliche Informationen liefert.

Die Firma Automattic, die die Blogplattform WordPress.com zur Verfügung stellt, ist beim Thema Einbetten immer sehr vorsichtig, um das System möglichst stabil zu halten. Auch dieses Blog läuft übrigens auf WordPress.com und natürlich finde ich es manchmal schade, dass ich einige Dinge, die andere nutzen, nicht in mein Blog einbauen kann. Auf der anderen Seite konzentriere ich mich dadurch auf die Inhalte und verliere keine Zeit mit „Spielereien“.

Seit kurzem habe ich aber nun die Möglichkeit, den Google Kalender und darüber hinaus mit Hilfe von Google erstellte Dokumente direkt in mein Blog einzubauen. Beim Kalender sieht das z.B. so aus:

Für mich macht das im Moment nicht viel Sinn, weil meine Angebote nur selten kalenderabhängig sind. Etwas anderes ist das aber bei Kultureinrichtungen, die permanent Termine ankündigen und häufig ein Problem damit haben, diese entsprechend darstellen zu können. Oder nehmen wir an, Sie vermieten Proberäume. Da ist so ein öffentlicher Kalender sehr hilfreich, erlaubt er doch den UserInnen, sich vorweg zu orientieren. Wie Sie Ihren Kalender in ein wp.com-Blog einbauen können, erfahren Sie in dieser Anleitung.

Ähnlich funktioniert das mit Google Dokumenten, auch hier gibt es eine Anleitung, wie man Texte, Tabellen und Präsentationen in sein Blog einbauen kann. Dokumente in ein Blog einzubauen, das gibt es nun schon länger, werden Sie denken. Interessant ist diese Möglichkeit in meinen Augen vor allem für interne Blogs, etwa ein Projektblog. Ab sofort dokumentiert Ihr Blog nicht nur den Verlauf Ihres Vorhabens, sondern Sie können die Dokumente (Konzept, Budget, aber natürlich auch den Zeitplan) direkt in das Blog einbetten und alle können daran arbeiten. D.h. Ihr Blog wird noch mehr zentrale Anlaufstelle, z.B. in Sachen Projektmanagement. Ich bin gespannt, ob sich diese Möglichkeit, Google-Formate in das Blog einzubauen, bewährt.

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wireWAX: das interaktive Video eröffnet dem Kunst- und Kulturbereich interessante Perspektiven

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Wie können sich Kultureinrichtungen in Zeiten leerer öffentlicher Kassen neue Finanzierungsquellen erschließen? Diese Frage beschäftigt mich schon seit einiger Zeit, denn ich glaube, dass sich durch das Social Web neue Möglichkeiten ergeben könnten.

Meist sprechen wir von Sponsoring, wenn Kunst und Wirtschaft kooperieren, von Leistung und Gegenleistung. Welche Leistungen aber können Kultureinrichtungen anbieten? Interessanterweise lassen sie sich meist dem Bereich Werbung zuordnen, obwohl es oftmals an der entsprechenden Reichweite fehlt. Was haben ein großes Industrieunternehmen oder eine Bank davon, wenn ein kleiner Kulturbetrieb deren Logos im Programmheft abdruckt, das nur zweihundert Mal verkauft wird?

Die „Kleinen“ erreichen nun mal keine Massen und das macht es für sie nicht leicht, passende Angebote zu entwickeln. Abhilfe verspricht das Social Web, schließlich hängt hier die Reichweite nicht von der Größe der Kultureinrichtung ab, sondern von der Geschicklichkeit, mit der sie sich im virtuellen Raum zu bewegen weiß. So werden aus 200 TheaterbesucherInnen schnell mal 1.000 Fans und/oder Follower, eine durchaus interessante Reichweite. Wie aber geht es nun weiter, schließlich kann man ja schlecht den Sponsoringpartner in Postings oder Tweets loben? Das wäre eher peinlich und würde der Sache vermutlich mehr schaden als nützen.

Stellen Sie sich vor, Sie produzieren rund um Ihre Theaterproduktion Videos, in denen Sie etwa über die Proben und das „Making of“ berichten. Probenausschnitte, Interviews, der Phantasie sind da eigentlich keine Grenzen gesetzt. Ein wirksames Mittel gegen die Gefahr, dass die Videos langweilig werden, hat das Unternehmen wireWAX mit seinem gleichnamigen Tool entwickelt, das er erlaubt, klickbare Videos zu produzieren. Kurz gesagt: in das Video lassen sich Tags einarbeiten, die die UserInnen dann beim Abspielen anklicken können. Was sich dahinter verbirgt, hängt dann von Ihnen ab, Sie können auf andere Videos oder Dokumente verlinken, die sich dann über Social-Media-Kanäle teilen lassen oder Sie bieten die Möglichkeit an, die  dort gezeigten Produkte zu kaufen. Zugegeben, das ist bei einem Theaterprojekt nicht so ganz einfach, aber warum an passender Stelle nicht auf die erwerbbare Literatur hinweisen?

Schauen Sie sich das Beispiel einfach mal an:

Sie sehen, wireWAX funktioniert auch auf dem iPad funktioniert, was die Sache in meinen Augen noch interessanter macht.

„The tool prides itself on being ‚intuitive and dynamic‘. Intelligent tags allow users to place content within the original video – from images, links and other videos to geo-specific data, links to databases and Flash applications,“

heißt es in einem auf Pixelreport erschienenen Artikel über dieses Tool, das es erlaubt, das interaktive Video in jede Website einzubinden. Nun ist Ihre Kreativität gefragt, denn jetzt – Stichwort Sponsoring – irgendwo im Video einen Link zum Sponsor zu setzen, ist wenig einfallsreich, ein inhaltlicher Zusammenhang sollte bestehen.

Inhaltlicher Zusammenhang, das heißt, wireWAX eignet sich auch für das Thema Transmedia Storytelling. Das folgende Video lässt erahnen, welches Potenzial in diesem Tool steckt:

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Das Social Web: eine „user hijacked World“

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Eigentlich wollte ich in diesem Beitrag über Xing und seinen neuen Newsfeed schreiben. Dort haben Sie jetzt auch die Möglichkeit, Statusmeldungen zu veröffentlichen, die andere kommentieren bzw. bewerten können. Wenn Sie das an Facebook erinnert, dann liegen Sie richtig. Der Newsfeed geht in eine ähnliche Richtung, nur ist die Sache zumindest im Anfangsstadium noch etwas unübersichtlich. Zum Beispiel erfahre ich nicht, wenn jemand eine meiner Statusmeldungen kommentiert, was die Interaktion etwas mühsam gestaltet. Aber Facebook ist ja auch nicht an einem Tag erschaffen worden…

Aber bevor ich dazu kam, mehr über Xing zu schreiben, stieß ich auf die folgende Präsentation:

Sie beschreibt auf wunderbare Weise, wie sich in den letzten Jahren ein Internet entwickelt hat, in dem die UserInnen das Sagen haben. Wer davon profitieren will, muss nur diese vier Fragen beantworten:

  1. „Can you make it (Anmerkung: das Internet) more adaptable?
  2. Can you make it more useful?
  3. Can you make it more surprising?
  4. Can you give it away?“

Viele Social-Media-Plattformen funktionieren genau nach diesem Prinzip, zum Beispiel Posterous. Sie machen die Bühne für die UserInnen frei und warten ab, was passiert. Nach diesem Prinzip hat Xing nun den Newsfeed eingeführt. Eine neue Bühne, die es zu nutzen gilt. Wie, das wissen wir alle noch nicht. Aber die Bühne wird genutzt, wie auch immer.

Mein nächster Gedanke war: lässt sich dieses Prinzip auch auf den Kunst- und Kulturbereich übertragen? Was ist, wenn Kulturbetriebe versuchen, diese Fragen zu beantworten? Können ihre Angebote eine Hilfe sein in einer „user hijacked world“?